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PRAXIS DR. HERIBERT WAITZER, MSc

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AKTUELLES


Schmerzfreier Rücken

Rückenschmerzen sind die zweithäufigste Ursache für Krankenstände und die häufigste Ursache für frühzeitige Pensionierungen. 60 – 80 % der Menschen geben an, innerhalb der letzten 12 Monate Beschwerden gehabt zu haben. Frauen im mittleren Alter trifft es häufiger – aber auch Kinder klagen bereits vermehrt unter Schmerzen. Was sollte man beachten, um mit einem gesunden Rücken durchs Leben zu gehen?

Artikel "Rückenfit" (PDF)



Vorsorgecoloskopie (k)eine Bauchentscheidung

Die Entscheidung eine Dickdarmspiegelung durchführen zu lassen wird selten intuitiv - also als "Bauchentscheidung" - gefällt. Die Argumente dafür überzeugen aber unser analytisches Denken – daher ist es wohl eher eine "Kopfentscheidung". So konnte in einer Norwegischen Studie, die über 26 Jahre lief, sensationelle Ergebnisse erzielt werden. Das Auftreten von Dickdarmkrebs konnte um 60% reduziert werden, das Risiko an einem Dickdarmkrebs zu sterben sogar um 85%! Bei unseren deutschen Nachbarn wurde die Vorsorgecoloskopie bereits vier Jahre früher als in Österreich eingeführt. Die Auswertung der ersten sechs Jahre hat ergeben, dass fast 100 000 Darmkrebsfälle verhindert werden konnten.

Die Frage ist daher, wie kann das Gehirn den Bauch davon überzeugen, dass es besser ist, ab dem 50. Lebensjahr einmal gemeinsam zur Vorsorgecoloskopie zu gehen?

Wenn der Nutzen klar ist, bleibt noch die Verminderung der weniger angenehmen Dinge bei der Prozedur. Die großen Verbesserungen sind in drei Bereichen, nämlich der Darmvorbereitung, der Weiterentwicklung der Geräte und der Begleitmaßnahmen während der Untersuchung, gelungen. Da ist zum einen die wirksame Darmreinigung vor der Untersuchung mit modernen Lavagelösungen, wenngleich alle Studien ergeben haben, dass darin noch die größte Belastung bei dem ganzen Vorgang liegt. Bei den Geräten hat sich die Bildauflösung so verbessert, dass frühe Veränderungen gut erkannt werden können. Die vom Fernsehen bekannte high definition wird schon längst auch bei den Endoskopen verwendet. Eine wesentliche Begleitmaßnahme ist die gut entspannende Medikation. Man verschläft die Untersuchung und hat danach ein angenehmes Gefühl. Um das Gefühl nach der Untersuchung noch angenehmer zu gestalten, verwenden wir seit einiger Zeit mit Erfolg statt Luft das Gas Kohlendioxid zur Entfaltung des Darmes während der Untersuchung. Der Vorteil besteht darin, dass Kohlendioxid aus dem Darm sehr rasch wieder entfernt wird und damit ein lästiges Zwicken im Darm nach der Untersuchung entfällt.

Damit ist die Vorsorgecoloskopie eine der wirksamsten Maßnahmen in der Vorsorgemedizin – "EINE KOPFENTSCHEIDUNG FÜR DEN BAUCH".




Neue Blutdruckgrenzwerte

Je niedriger, desto besser gilt – zumindest beim Blutdruck – nicht mehr. Unter Berücksichtigung der aktuellen Studienlage hat die Europäische Gesellschaft für Bluthochdruck und die Europäische Kardiologische Gesellschaft den Grenzwert für Bluthochdruck auf 140 angehoben. Was das in der Praxis bedeutet, lesen sie im Artikel.

Was ist geblieben von dem Trend, die Werte für den Ziel - Blutdruck, den idealen Langzeitblutzucker und den Wert für das schädigende LDL Cholesterin immer niedriger anzusetzen? In Europa gilt eigentlich nur mehr die Empfehlung bei hohem Risiko das LDL Cholesterin im Bereich um oder unter 70 mg/dl zu halten. (In Amerika wurde auch diese Empfehlung bereits abgeändert).

Welche Bedeutung hat es aber nun für die tägliche Praxis, dass der Grenzwert für einen noch normalen Blutdruck von 130 auf 140 angehoben wurde? Eigentlich nur eine geringe – das eigentliche Problem liegt nicht bei der geringen Änderung des Grenzwertes, sondern bei der Tatsache, dass wahrscheinlich in ca 50% der Fälle der Bluthochdruck überhaupt nicht bekannt ist und selbst wenn er bekannt ist nur jeder 20. Bluthochdruckpatient im Zielbereich ist.

Eine ganz wesentliche Aussage, die auch in den neuen Richtlinien wieder verankert ist, stellt fest, dass selbst bei einem Blutdruck zwischen 130 und 140 bei gleichzeitigem Vorliegen von sogenannten subklinischen Endorganschäden (wie zB Verdickung der Herzwand, Verdickung der Gefäßinnenhaut der Halsschlagader, Beschleunigung der Pulswelle, Durchblutungsstörung der Beine oder Nierenschwäche) bereits ein sehr hohes Risiko für eine Herz-Gefäßerkrankung vorliegen kann. Es genügt also nicht nur den Blutdruck zu beachten – man muss die gesundheitliche Gesamtsituation erfassen. In den neuen Richtlinien wurde die Bedeutung des in der Ordination gemessenen Blutdruckes abgeschwächt und die Wichtigkeit der Blutdruckselbstmessungen und der ambulanten 24 Stunden Blutdruckmessung betont. Der Grenzwert von 140/90 gilt übrigens nur für die Ordinationsmessung – für die Selbstmessung beträgt er 135/85 und für die ambulante 24 Stunden Blutdruckmessung 130/80.




Die 4 goldenen Regeln des Gewichtsmanagements

Regel 1: WENN SIE HUNGRIG SIND, DANN ESSEN SIE!
Diese Regel mag im ersten Moment erstaunlich klingen, wenn es darum geht, Gewicht abzunehmen oder eine erfolgreiche Gewichtsreduktion zu halten. Damit soll aber dem Körper signalisiert werden, dass immer genug zu essen da ist und es nicht notwendig ist in ein Hunger – Notprogramm mit Reduktion des Grundumsatzes zu gehen. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen wirklichem Hunger – nennen wir ihn "organischen Hunger" und der Reaktion auf ein Gefühl wie zum Beispiel Anspannung, Ärger, Angst oder Langeweile. Diese zweite Form des Hungers könnte man "psychischen Hunger" nennen. Manchmal halten wir eine Missempfindung für Hunger und haben die Vorstellung, wenn wir essen, fühlen wir uns besser. Meist ist die Missempfindung nach einiger Zeit wieder genauso vorhanden – nur diesmal gepaart mit selbstabwertenden Gedanken. Die Herausforderung hinter dieser ersten Regel ist die Unterscheidung zwischen organischem und psychischen Hunger zu treffen und im zweiten Fall eine Alternative zu haben, um mit der Missempfindung umzugehen.

Regel 2: ESSEN SIE WAS SIE WOLLEN UND NICHT WAS SIE GLAUBEN, DASS SIE ESSEN SOLLTEN!
Es gibt nichts Interessanteres als das was wir uns verbieten. Wenn man sich vornimmt auf keinen Fall eine Schokoladentorte zu essen, kann man sicher sein, dass sie einem im Gedanken überall hin verfolgen wird. Diäten, die darauf ausgerichtet sind den Körper hungern zu lassen zerstören die natürliche Fähigkeit die passenden Nahrungsmittel auszuwählen in ganz besonderer Art.

Regel 3: WANN IMMER SIE ESSEN, MACHEN SIE ES MIT IHRER VOLLEN AUFMERKSAMKEIT!
Wenn Sie essen, dann essen Sie – und tun sonst nichts Anderes. Reduzieren Sie ihre Essgeschwindigkeit und erfassen Sie Ihre Mahlzeit mit allen Ihren Sinnen. Wenn Sie nebenbei essen und sich auf etwas Anderes konzentrieren, nehmen sie dem Körper die Chance das natürliche Körpergewicht – Regulationssystem zu nutzen. Untersuchungen haben gezeigt, dass man immer mehr isst, wenn man gleichzeitig fernsieht. Das gilt in gleicher Weise auch für Lesen oder E-mails checken. Es mag übertrieben klingen – aber die ungeteilte Aufmerksamkeit und Fokussierung auf das Essen ist ein ganz wichtiger Punkt im Gewichtsmanagement.

Regel 4: WENN SIE DENKEN, DASS SIE SATT SIND, HÖREN SIE ZU ESSEN AUF.
Rasches essen und Ablenkungen nehmen dem Körper die Möglichkeit das Sättigungsgefühl zeitgerecht zu spüren. Wenn man Regel 3 befolgt, spürt man, wenn man satt ist. Wenn man unsicher ist, sollte man eine Pause einlegen. Manchmal stellt sich das Gefühl der Sattheit mit einigen Minuten Verzögerung ein. Etwas auf dem Teller übrig zu lassen, steht möglicherweise mit dem Glaubenssatz aus der Kindheit "was auf den Teller kommt, wird aufgegessen" in Konflikt. Nach einiger Zeit wird man besser darin, sich die Speisenauswahl und die Menge auf den Teller zu nehmen, die einem zuträglich ist.

Quelle: Paul McKenna




Leistungssport und Vorhofflimmern
Wenn beim Marathonläufer das Chaos im Herzen ausbricht!

Sport ist gesund! Darauf vertrauen wir – und üblicherweise stimmt das auch. Mehrere Studien haben jedoch ergeben, dass Ausdauersportler mit hohen Trainingsumfängen bereits in jungen Jahren vermehrt zu Vorhof Flimmern neigen. In einer Studie waren es 12,8 % bei den Leistungssportlern im Vergleich zu 0,5 % bei den nicht leistungssportlich aktiven jungen Erwachsenen.

Üblicherweise wird der Impuls zum Zusammenziehen des Herzmuskels vom Vorhof aus gegeben und dann zur Herzkammer weitergeleitet, wo dann eine Kontraktion der Herzmuskulatur stattfindet. Beim Vorhofflimmern kommt es zu einer Störung dieses geordneten Ablaufes. Im Vorhof bricht ein elektrisches Chaos aus und die Kammer muss gleichsam schauen wo sie bleibt. Die Impulse werden nur unregelmäßig an die Kammer weiter geleitet. Wenn das mit einer normalen durchschnittlichen Herzfrequenz geschieht, kann sein, dass man diese Unregelmäßigkeit gar nicht spürt. Falls es aber zu einer schnellen Überleitung vom flimmernden Vorhof auf die Kammer kommt, geht das meist mit einer unangenehmen Empfindung von Schwindel, Atemnot und Herzklopfen einher.

Beim Athleten oder der Athletin trifft diese Rhythmusstörung meist auf ein sonst gesundes Herz. Es wird angenommen, dass die Überdehnung des Vorhofes durch die großen Blutmengen, die im Training gepumpt werden, die Empfindlichkeit des Vorhofes hervorruft. Interessanterweise kann es ganz unterschiedliche Trigger für den Beginn des Vorhofflimmerns geben. Manche bekommen es in der Ruhe, beim Schlafen oder nach dem Essen, Andere erleben den unregelmäßigen Herzschlag als Folge einer besonderen Belastung.

In allen Fällen sollte als Basisabklärung eine Labordiagnostik, ein Ruhe EKG, ein Herzultraschall, ein Belastungs-EKG und ein Langzeit EKG erfolgen. Da, wie bereits beschrieben, das Herz sonst meist gesund ist, möchten die Sportler auch keine Medikamente auf Dauer nehmen. Die "Pille in der Tasche" Therapie ist eine Alternative. Das Medikament wird erst genommen, wenn das Vorhof Flimmern schon begonnen hat, um es rascher wieder zu beenden.

Die Gefahr beim Leistungssportler ist jedoch, dass unter Belastung das Vorhof -Flimmern in ein sogenanntes Vorhof - Flattern übergeht und dann die Gefahr besteht, dass jeder Flatterimpuls des Vorhofes auf die Kammer übergeleitet wird, was ein unter Umständen bedrohliches Herzrasen mit Kreislaufinstabilität verursachen kann.

Daher empfiehlt die Europäische Kardiologische Gesellschaft in ihren Leitlinien, dass eine Vorhofflimmer – Ablation bei Sportlern erwogen werden sollte. Dabei werden die für die Störung verantwortlichen Strukturen im linken Vorhof aufgesucht und unterbrochen. Im Idealfall ist damit das Herz wieder normal belastbar. Ein prominentes Beispiel ist der Internet Journalist Tim Cole, der seinen Weg zurück in den Laufsport medial ausführlich dargestellt hat.